Christoph, wir sind echte Fans von Deinem Hanföl, aber bestimmt sorgt es auch bei Deinen Kunden hier und da für Skepsis... Bekommst Du oft Fragen in Bezug auf die Wirkung?
Die häufigste Frage, die mir zum Hanföl gestellt wird, ist tatsächlich ob es denn berauschend wirkt, weil Hanf ja eine „Drogenpflanze“ sei.
Dieses kann ich dann mit einem Lächeln bejeinen. Bei dem für mich angebauten Hanf handelt es sich um Nutzhanf. Für Nutzhanf gilt ein Grenzwert von 0,2% THC. Um bei diesem Wert einen Rausch hervorzurufen, müsste man sich mehrere Hektar einverleiben….
Der von mir verpresste Nutzhanf hat einen THC-Gehalt von 0,0%. Es besteht also keine Gefahr eines Rausches und die Verwendungsmöglichkeiten sind wirklich sehr vielfältig. Auch für den Boden, auf dem der Hanf wächst, ist er eine absolute Bereicherung.
Wie funktioniert das Ölpressen eigentlich? Wie ist die Ausbeute?
Ich arbeite mit einer Schneckenpresse. Die Ölherstellung erfolgt rein mechanisch. Das Öl darf sich bei diesem Verfahren zu keiner Zeit auf über 40 Grad Celsius erhitzen um als „kaltgepresst“ betitelt zu werden. Mein Öl wird unfiltriert abgefüllt, sodass wertvolle Inhaltsstoffe enthalten bleiben.
Es lässt sich keine pauschale Aussage über Ölausbeute treffen. Beim Hanf fällt zum Beispiel deutlich weniger Öl an als bei Lein oder Raps.
Was passiert mit den "Resten"?
Das Gute an der Ölherstellung ist, dass es keinen Abfall gibt. Es fällt das Öl und der sogenannte Presskuchen an. Der Presskuchen findet in der Tierernährung als Eiweißfuttermittel reißenden Absatz. Gerade der Hanfpresskuchen sollte aufgrund des hohen Eiweißgehalts von ca. 35% und der sehr guten Eiweißqualität auch in der menschlichen Ernährung seinen Platz finden. Aktuell vermahle ich den Presskuchen und siebe dann die Schalenteile heraus, um ein Hanfmehl zu erzeugen. Dieses Mehl kann jedem Teig mit bis zu 15% zugefügt werden ohne die Backeigenschaften zu verschlechtern.