Hamfelder Hof: Die Mission 

Ein mutiger Schritt nach vorn

Die Bauerngemeinschaft Hamfelder Hof ist ein Zusammenschluss von 36 familiengeführten Bioland-Betrieben in Norddeutschland. Auch Peer Gabriel vom Hof Wipholm / Biohof Svensteen ist dabei. Seit 2015 ist die eigene Bio-Meierei der Gemeinschaft in Mühlenrade, Kreis Herzogtum Lauenburg in Betrieb. Hier wird ausschließlich die Bioland-Milch der zugehörigen Höfen verarbeitet, wodurch sie die erste Meierei in Schleswig-Holstein ist, die ausnahmslos regionale Bioland-Milch verarbeitet.

Nun hat sich die Bauerngemeinschaft noch einiges mehr vorgenommen. Tolle Ziele, die weit über die Bioland-Standards hinausgehen und in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Was genau das bedeutet, haben wir hier für Euch zusammengestellt. Wir finden diesen Schritt sehr mutig und unterstützenswert und damit möglichst viel bei den Bauern ankommt und die Milchpreise für Euch so niedrig wie möglich bleiben, verzichten sowohl die Großhändler als auch wir auf einen Teil unserer Marge.

Eine Landwirtschaft, die zu einer lebenswerten Zukunft beiträgt

Der neue Hamfelder-Standard für eine zukunftsorientierte Milchproduktion

Artgerechte Tierhaltung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen
Dazu zählen unter anderem die ausnahmslose kuhgebundene Aufzucht der Kälber durch Muttertiere oder Ammen, die schrittweise bis 2025 auf allen Höfen umgesetzt sein soll. Dazu kommen Um- und Neubauten von Stallungen für ideale Tierwohl-Bedingungen, sowie eine maximierte Weidehaltung mit mindestens 180 Weidetagen pro Jahr und zusätzlich ganzjährig Auslauf am Stall.

Für eine Landwirtschaft in vielfältigen und gesunden Ökosystemen
Das Konzept sieht vor, dass mindestens 10% der Betriebsflächen zu Schutzflächen werden. Dies sind extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden, auf denen sich wilde Pfanzenarten etablieren können, sowie Flächen mit wenigen Eingriffen (z.B. Knicks oder Brachland) und auch absolute Schutzbereiche wie Feuchtbiotope, Waldflächen und Moore, die Lebensräume bilden und für eine hohe Biodiversität sorgen.

Für zukunftssichere Arbeitsbedingungen der Bauernfamilien
Immer mehr kleine und mittelgroße Betriebe verschwinden aus unserer Region, da Perspektiven für die nachfolgenden Generationen fehlen. Die Preiserhöhung ermöglicht den Familienbetrieben langfristig in die Zukunft zu investieren, Infrastruktur aufzubauen, Personal einzustellen und die Visionen einer Arbeit und Milchproduktion im Einklang mit der Natur umzusetzen, die auf die Zukunft ausgelegt ist.

Wann startet die Umsetzung und bis wann sind die Ziele erreicht?

Das Konzept wurde 3 Jahre lang entwickelt und die Umsetzung startet sofort.
Der ambitionierte Weiterentwicklungsprozess ist auf die kommenden 10 Jahre ausgerichtet – mit jeweils klar festgelegten Zwischenzielen, die mit jedem der Höfe in Betriebsentwicklungsgesprächen individuell abgestimmt werden.
Die komplette Umstellung aller Höfe auf kuhgebundene Kälberaufzucht sowie die Bereitstellung der Schutzflächen sollen bis 2025 erfolgen.

Bleibt die Preiserhöhung dauerhaft?

Ja, denn es sind in den kommenden Jahren viele Investitionen notwendig, um die Bedingungen für die Tiere zu verändern. So gehört beispielsweise die Finanzierung von neuen Stallgebäuden oder Umbauten über viele Jahre dazu. Durch die Maßnahmen erhöht sich auch der jetzt schon hohe Arbeitsaufwand noch einmal um einiges, so dass die Betriebe die Chance bekommen müssen, dauerhaft helfende Hände einstellen zu können.

Welche Betriebe sind an der Bauerngemeinschaft beteiligt?

Aus unserer direkten Umgebung sind Hof Wipholm aus Sörup, der zum Biohof Svensteen aus Munkbraup gehört, der Lorenzen-Hof aus Langballig und Hof Tams aus Ausacker dabei. Aber auch im südlicheren Schleswig-Holstein bis nach Krukow, von wo übrigens der leckere Bockshornkleekäse kommt,  beteiligen sich viele Höfe an der Bauerngemeinschaft.

Eine Übersichtskarte findet Ihr hier:
Bauerngemeinschaft Hamfelder Hof

Warum kuhgebundene Kälberaufzucht?

Ein wichtiger Schritt für glücklichere Tiere, denn die Interaktion zwischen Mutter und Kind gehört wie bei uns allen zum natürlichen Sozialverhalten. So bleiben in Zukunft alle auf den Höfen geborenen Kälber (also nicht nur die weiblichen) für mindestens 90 Tage bei ihrer Mutter oder einer Amme.
Damit das möglich ist, müssen auf vielen Höfen die Ställe umgebaut, erweitert oder sogar neu gebaut werden. Denn die zusätzliche Zahl an Tieren und die notwendige intensivere Betreuung der Tiere erfordern nicht nur ein aufwendigeres Management als die klassische Kälberaufzucht, sondern auch einen angepassten Stall mit viel zusätzlichem Platz. Dazu gehören auch wesentlich größere Strohliegebereiche und ein sogenannter „Kälberschlupf“, ein Bereich, in den sich die Kälber zurückziehen können. 

Was ändert sich für die Tiere noch?

Die Bauerngemeinschaft hat sich auf neue Richtlinien für die Gestaltung der Ställe geeinigt. So erhalten die Tiere mehr Bewegungsfreiheit, bessere Licht- und Luftverhältnisse, sowie optimierte Liegebereiche, die auf das Ermöglichen eines natürlichen Aufsteh- und Ablegeverhaltens ausgerichtet sind.

Ein weiterer Aspekt sind Weidezeit und Auslauf. Natürlich gehört der Freilauf auf Weiden auch jetzt schon dazu, jedoch möchten die Hamfelder Höfe die Weidedauer auf mindestens 180 Tage pro Jahr erhöhen. Das Grasen entspricht der natürlichen Lebensweise der Kühe, und das Außenklima und die viele Bewegung tragen zur Gesundheit der Kühe bei. Dies bedeutet, dass mehr Flächen und in den Übergangszeiten angepasste Zufütterung notwendig werden.
 Da im Winter oft kein oder nur ein tageweiser Weidegang möglich ist, werden die Tiere zukünftig zusätzlich eine ganzjährig zugängliche Auslaufmöglichkeit über einen befestigten Laufhof am Stall erhalten. Denn auch in den besten Außenklimaställen nutzen die Kühe gerne zwischendurch die Möglichkeit von Laufhöfen, um sich nassregnen zu lassen, sich an angebrachten Bürsten zu schubbern oder das Umfeld zu beobachten.

Welcher Beitrag wird zum Umweltschutz geleistet?

Ein wichtiger Teil des Projektes ist der Schutz verschiedener Grünflächen. Wiesen und Weiden sollen durch eine verringerte Schnitthäufigkeit und spätes Mähen mehr Lebensraum für bedrohte Pflanzen, Insekten und Vögel bieten. Wildkräuter und Gräser können ausblühen und Samen bilden. Das erhält die Artenvielfalt, was sowohl Insekten als auch Vögeln zu Gute kommt.
Dazu kommen Knicks, Grünstreifen und Biotope, die im Idealfall so mit teilgenutzen Flächen vernetzt werden, dass sie zusammenhängende Schutz- und Rückzugsräume mit hoher Biodiversität bilden.

10% der Flächen jedes einzelnen Hofes sollen bis 2025 zu Schutzflächen werden. 

Kann ich den Fortschritt der Projekte verfolgen?

Ja! Sobald die bisherigen Verpackungen aufgebraucht sind, findet Ihr direkt auf den Milchtüten einen Link mit QR-Code zu der Internetseite der Bauerngemeinschaft. Dort wird dann in regelmäßigen Abständen über den Fortschritt der einzelnen Projekte berichtet.
Hier geht es zur Website

Warum gibt es die Hamfelder Milch nur im Tetrapack?

Die Milch statt im Tetrapack in Flaschen anzubieten ist bei der Bauerngemeinschaft immer wieder Thema. Leider ist es aktuell jedoch noch so, dass die Flaschen durch erhöhten Lageraufwand, Hin- und Rücktransporte und die Reinigung bei der Umweltbilanz schlechter abschneiden als die Einwegverpackungen.

Wir hoffen, Ihr findet den Schritt der Bauerngemeinschaft genauso toll wie wir und könnt Euch die Hamfelder Milch mit diesen Visionen im Hinterkopf noch besser schmecken lassen.

Wenn Ihr weitere Fragen zu dem Thema habt, meldet Euch gern oder schaut auf der Seite vom Hamfelder Hof vorbei!