29. April 2022

Saat:gut e.V. - Vereint für eine große Aufgabe
 

Susan
Beitrag von Susan

Kennt Ihr schon die beiden Vereine saat:gut und apfel:gut?
Falls nicht, möchten wir heute mal ein bisschen darüber berichten, denn dahinter stecken einige bekannte Gesichter mit großen Zielen und tollen Projekten. Hierbei geht es um den Erhalt und die Entwicklung von gesundem, ökologischem Saatgut, das jedermann zugänglich ist - robuste, natürliche Sorten, frei von Gentechnik. Denn wer heute Saatgut braucht, hat kaum eine Wahl. Wenige Konzerne beherrschen den Weltmarkt und in Laboren entstehen hochgezüchtete Gemüsesorten, deren Samen sich nicht zur erneuten Aussaat eignen. Zudem nehmen Streits um Patentrechte auf verschiedene Pflanzensorten jede Rechtssicherheit.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und für langfristige Unabhängigkeit zu sorgen, setzt sich der Verein ein, forscht und züchtet auf natürlichem Wege wertvolle, samenfeste Sorten. Für Saatgut, das wieder jedermann zugänglich wird – als freies Kulturgut der Menschheit.

Über die Vereine

Gegründet wurde der saat:gut e.V. im Jahre 2010 von sieben engagierten Bio-Spazialisten aus der Region, darunter Inde vom Apfelschiff in Hollingstedt und Barbara Maria und Heinz-Peter von Christiansens Biolandhof Silberstedt. Inzwischen steht eine bunte Truppe aus Landwirten, Saatgut-Händlern, Pflanzenzüchtern, Großhändlern, Einzelhändlern und Privatpersonen hinter dem Verein. Alle mit dem gemeinsamen Interesse, die ökologische Pflanzenzüchtung zu fördern und für die Öffentlichkeit den freien Zugang zu Kulturpflanzen zu erreichen.
Das Projekt apfel:gut startete dann 2011 unter dem Dach des saat:gut Vereins zur Entwicklung und Durchführung ökologischer Obstzüchtung.

Logos saat:gut und apfel:gut
Frau auf Gemüsefeld

Interview mit Heinz-Peter Christiansen von Christiansens Biolandhof
(Video: Grell Naturkost)

saat:gut | was genau tut der Verein?

Pflanzenzüchtung - Fortbildung - Öffentlichkeitsarbeit

Es ist ein langer Weg zu einer neuen samenfesten Sorte: etwa 10-13 Jahre dauert der komplizierte Prozess, bei dem zunächst immer wieder Sorten miteinander gekreuzt werden, bis die gewünschten Eigenschaften in einer Ausgangspflanze vereint sind. Darauf folgen dann Jahre der Selektion der stärksten und robustesten Pflanzen, deren Saatgut auf dem Markt dann am Ende sicher bestehen kann. Die gewonnen Erfahrungen werden mit anderen Fachbetrieben und Verbänden geteilt, um allen Interessierten die eigene Zucht zu erleichtern. Denn wenn jeder Landwirt nur eine einzige Sorte züchterisch bearbeiten würde, wäre das Ziel bald erreicht: eine große Vielfalt an modernen Kulturpflanzen mit hervorragenden inneren und äußeren Eigenschaften. Die Pflanzenzucht ist zeitaufwändig und kostenintensiv, zudem komplex und bei Endverbrauchern wenig präsent. Der Verein ist auf Spenden angewiesen, sodass ein Teil der Arbeit dazu dient, auf die Probleme und deren Lösungen aufmerksam zu machen.

Weitere Infos rund um den saat:gut e.V. findet Ihr hier auf der Internetseite des Vereins »

apfel:gut | Obstzüchtung

So einige der Äpfel vom Apfelschiff aus Hollingstedt hattet Ihr vielleicht schon in Eurer Kiste, doch Inde und Bernd versorgen uns nicht nur mit tollen regionalen Äpfeln, sondern sind auch im Verein sehr engagiert. apfel:gut ist ein Zusammenschluss aus Bioland- und Demeter-Obstbauern, sowie weiteren Aktiven, die sich der ökologischen Züchtung von Äpfeln und Birnen verschrieben haben. Als wir Inde letztes Jahr auf einen Spaziergang durch ihren wunderschönen Apfelgarten begleitet haben, hat sie uns viel über die Komplexität und die Herausforderungen bei der Zucht neuer Sorten erzählt - ein echt spannendes Thema, das Ihr hier genauer nachlesen könnt. Eines vorweg: vom Kreuzungsplan bis in den Handel vergehen etwa 20 Jahre. Ziel des Projektes ist also die Entwicklung vitaler für den Öko-Obstbau geeigneter gesunder Sorten, die mit maximal wenig ökologischen Pflanzenschutzmitteln auskommen. Gängige Sorten wie Elstar, Gala oder Jonagored sind sehr empfindlich gegenüber Schorfpilz und anderen Pilzkrankheiten, was einen hohen Arbeitsaufwand und Ressourceneinsatz nach sich zieht. Dabei stehen Geschmack und besondere Aromen genau so im Vordergrund wie die Biodiversität.

Mehr zum Thema apfel:gut findet Ihr auf der Seite des Projektes »

Inde, Jens und Marie im Apfelgarten

Wenn Euch das Thema interessiert und Ihr die Vereine unterstützen wollt, werdet Ihr hier fündig:
saat:gut  |  apfel:gut 

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